Deutsche Juweliere setzten 2017 mit Uhren und Schmuck rund 4,76 Milliarden Euro um, das war zwischen 0,5 Prozent und 0,6 Prozent mehr als 2016. Besonders das Weihnachtsgeschäft blieb hinter den Erwartungen zurück, doch verzeichneten die Schmuckhändler auch über das Jahr weniger Kunden. „Der letztlich doch befriedigende Geschäftsverlauf ist einzig auf die im Durchschnitt höherwertigeren Verkäufe zurückzuführen. Die Kunden kaufen wertorientiert und höherpreisig“, sagt BVJ-Präsident Stephan Lindner.
Silber derzeit nicht im Trend
Der Verkauf von Gold- und Platinschmuck legte 2017 erneut leicht zu und setzte so den Trend des Vorjahres – weg vom Mode- und Trendschmuck – fort. Auch Farbedelstein-Schmuck, Brillantringe und Tahiti-Zuchtperlen fanden vermehrt Absatz. Silberschmuck verlor dagegen im Verkauf deutliche vier Prozent. Unter dem Strich stand beim Gesamtumsatz für Schmuck dennoch ein Plus von ein Prozent auf 3,47 Milliarden Euro.
Bei den Uhren wurde dagegen das Fahrwasser für Juweliere schwieriger. Der Erlös ging um 0,6 Prozent zurück auf 1,29 Milliarden. Euro. Es werden zunehmend Uhren ohne Edelmetall verkauft, der Trend geht hin zu anderen Materialien.
Marktmacht des stationären Handels
Beim Verkauf von Uhren und Schmuck präsentiert sich der stationäre Handel stark. Der Fachhandel behielt 2017 die Hälfte des Marktes; Filialisten und Fachabteilungen der Warenhäuser kamen auf 19 beziehungsweise zwölf Prozent. Der Onlinehandel sicherte sich im vergangenen Jahr allerdings einen deutlich größeren Marktanteil von zehn Prozent (2016: zwei Prozent). TV-Shopping hält einen Marktanteil von fünf Prozent. Laut BVJ verdankt der stationäre Handel seine Stärke dem hohen Stellenwert der Beratung beim Kauf von Uhren oder Schmuck.
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