Slow Fashion für den Tierfreund
Bio, fair und nachhaltig sind Attribute, die heute für viele Unternehmen zum guten Ton zählen. Mit seiner Firma Bleed geht Michael Spitzbarth einen Schritt weiter: Alle Produkte sind vegan.
Bio, fair und nachhaltig sind Attribute, die heute für viele Unternehmen zum guten Ton zählen. Mit seiner Firma Bleed geht Michael Spitzbarth einen Schritt weiter: Alle Produkte sind vegan.
Wer Shirts, Shorts oder Jeans bei Bleed kauft, ist moralisch auf der sicheren Seite. Der Modedesigner aus Helmbrechts in Oberfranken verkauft Street- und Sportswear, für deren Herstellung niemand leiden musste – weder Tiere noch Menschen. Ist das überhaupt möglich in einer Branche, in der Billigproduzenten aus dem Fernen Osten dominieren?
„Wer in der Textilbranche kein Leid verursachen möchte, muss bereits beim Anbau der Baumwolle genau hinschauen, um sicher sein zu können, dass keine Pestizide oder Herbizide zum Einsatz kommen. Da fängt Veganismus an“, erklärt der Spitzbarth. Beim konventionellen Anbau von Baumwolle würden bereits auf dem Feld Millionen von Kleinstlebewesen getötet. Später, beim Färben oder Bedrucken von Stoffen, vergiften Produzenten in zahlreichen Ländern das Wasser. Deswegen sei es falsch, auf halber Strecke der Produktionskette haltzumachen mit der Moral. „Bio und fair und vegan“ lautet deshalb das Credo des Firmengründers.
Seit zehn Jahren ist Bleed auf dem Markt und in dieser Zeit zu einer erfolgreichen nachhaltigen Sportmarke gewachsen. Einfach war es aber nicht. Gestartet hat das Business Michael Spitzbarth 2008 mit seinem eigenen Ersparten: 30.000 Euro. „Das Geld ging binnen vier Wochen für die erste Kollektion drauf“, erinnert sich der 36-Jährige. 22 Teile hat er damals entworfen, darunter eine Bio-Jeans sowie eine recycelte Funktionsjacke.
Heute zählt Bleed 300 Teile zu seiner Kollektion, und mit seinem zwölfköpfigen Team erzielt das Unternehmen nach eigenen Angaben einen siebenstelligen Umsatz. Investoren sind nicht erwünscht. So kann Alleineigentümer Spitzbarth sicher sein, dass er seinem Konzept treu bleiben kann. Die Kleidung von Bleed wird zur Hälfte online und zur Hälfte in Shops für Sport- oder Green-Fashion angeboten. Mittlerweile ist der Vertrieb europaweit aufgestellt, wobei Spitzbarth auch bei der Auswahl des Logistikdienstleisters auf faire Bezahlung achtet.
Selbst überrascht hat den Gründer die Breite seiner Kundschaft. Im Auge hatte er sportliche 20- bis 30-Jährige mit guter Bildung. „Mittlerweile sehe ich, dass wir eine deutlich vielfältigere Zielgruppe ansprechen – vom 25-jährigen Mountainbiker bis zum 60-jährigen Oberstudienrat.“ Das freut den sendungsbewussten Unternehmer, denn er ist überzeugt: „Nachhaltigkeit ist ein Thema, das jeden interessieren sollte.“ Eine Frage des Geldbeutels ist das nicht: Die Preise von Bleed sind tragbar – eine Bio-Jeans kostet 99 Euro. Nur zweimal im Jahr kommt eine neue Kollektion heraus, denn Spitzbarth setzt entgegen dem Markttrend auf Slow Fashion. Auch das ist für ihn Teil seines Erziehungsauftrags.
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