Onlinehändler können mit Nachhaltigkeit punkten

Bewerten Konsumenten Nachhaltigkeitsmaßnahmen von Onlineshops, achten sie vor allem auf einen konkreten Kundennutzen. Das zeigt die aktuelle Studie „Nachhaltigkeit im Online-Handel – Die Rolle von Ausgestaltung und Kommunikation“.

07.09.2015

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Rund 87 Prozent der Konsumenten würden Versandkartons mehrfach verwenden und 63 Prozent finden es gut, darauf hingewiesen zu werden, dass die Bestellung des gleichen Artikels in mehreren Größen oder Farben die Umwelt belastet.

Dabei standen bei dem Marktforschungsinstitut vier Nachhaltigkeitsdimensionen im Fokus: Kunden, Mitarbeiter, Umwelt und Produkte. Das Ergebnis: Die Kundendimension hat für die Befragten erwartungsgemäß den höchsten persönlichen Nutzen und zugleich die höchste Wichtigkeit.

Profilierung durch nachhaltige Sortimente und Versandoptionen möglich

Aktuell können sich Online-Händler im Kontext Nachhaltigkeit vor allem profilieren, wenn sie ihr Sortiment und den Versandprozess nachhaltig gestalten. So ist es Onlineshoppern wichtig, dass keine gesundheitsschädlichen Produkte angeboten (85 %) und besonders langlebige und zweckdienliche Artikel beworben werden (81 %). Zudem achten rund 78 Prozent der Befragten darauf, ob überflüssige Verpackungsmaterialien eingespart werden.

Dabei sind Onlineshopper durchaus bereit, ihren Teil zum Gelingen der Maßnahmen beizutragen: Rund 87 Prozent der Konsumenten würden Versandkartons mehrfach verwenden und 63 Prozent finden es gut, darauf hingewiesen zu werden, dass die Bestellung des gleichen Artikels in mehreren Größen oder Farben die Umwelt belastet. Darüber hinaus befürworten sechs von zehn Befragten Anreize, um keine Produkte zu retournieren.

„Der Wettbewerb im Onlinehandel wird immer härter. Umso wichtiger ist es, die Kunden möglichst dauerhaft an sich zu binden“, sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes (HDE) Stephan Tromp. Besonders im Onlinehandel müssten sich Händler Gedanken machen, wie sie sich bei den Kunden ins Gedächtnis rufen. Denn im Internet gebe es keine Laufkundschaft wie bei vielen stationären Händlern.

Ehrlichkeit und Transparenz sind Pflicht

Der Blick auf die Top 10 aller untersuchen Nachhaltigkeitskriterien bestätigt die Relevanz der Kundendimension. So landen drei Aspekte aus diesem Bereich auf dem Treppchen: Je neun von zehn Befragten erwarten, dass Onlinehändler ehrlich mit ihren Kunden kommunizieren und keine irreführenden Werbeversprechen machen. Dass Kunden sofort und umfassend über etwaige Sicherheitslücken des Onlineshops informiert werden, ist zudem knapp 88 Prozent der Onlineshopper wichtig. Ehrlichkeit und Transparenz sind demnach Basisanforderungen, die jeder Onlineshop erfüllen muss – unabhängig von Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Unternehmen sollten stets nur nachhaltige Aspekte kommunizieren, die zu jedem Zeitpunkt eingehalten und fortlaufend überprüft werden. „Online-Händler, die schon jetzt gezielt einzelne Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Strategie aufnehmen, können sich dem Wettbewerb gegenüber differenzieren und ‚First Mover‘ an sich binden“, so Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln

Schlagworte: Onlinehandel, Onlineshopper

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