Während im vergangenen Jahr laut EY 44 Prozent der Händler am freiwilligen Schlussverkauf teilgenommen haben, machen mit 60 Prozent dieses Jahr deutlich mehr mit. Über die Höhe der Rabatte entscheidet in erster Linie der Lagerbestand. Er ist laut Befragung der Beratungsgesellschaft für drei von vier Händlern, die Rabatte gewähren, ein Kriterium. Gut die Hälfte der Einzelhändler richtet sich bei den Reduzierungen nach dem bisherigen Geschäftsverlauf und nach dem Vorgehen der Konkurrenz.
92 Prozent der Händler gehen davon aus, dass die Verbraucher großen Wert auf Rabattaktionen legen. Ein weiterer Grund für die steigende Bereitschaft, Rabatte zu gewähren: 15 Prozent der Unternehmen rechnen in der Befragung mit einem Rückgang der Shopping-Laune der Deutschen – vor einem Jahr waren nur sechs Prozent pessimistisch. Mit Rabattaktionen soll laut Ernst & Young die Konsumlaune der deutschen Verbraucher gehoben werden.
„Die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland ist immer noch überaus positiv“, sagt Thomas Harms, Partner bei EY.
Der Anteil der Optimisten liegt aktuell bei 20 Prozent – nach 33 Prozent im Vorjahr. Zudem steigt der Anteil der Händler, die die Konsumbereitschaft der deutschen Verbraucher als gering bezeichnen, von sieben auf 17 Prozent. Aktuell bewerten nur noch 36 Prozent der Befragten die eigene Geschäftslage als „gut“ – vor einem Jahr waren noch mehr als die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) zufrieden.
„Die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland ist immer noch überaus positiv“, betont Thomas Harms, Partner bei EY. „Allerdings drückt die Griechenland-Krise die Verbraucherstimmung, und aus wichtigen Märkten – allen voran den USA und China – kommen derzeit vor allem schlechte Konjunkturnachrichten.”
Die wichtigsten Absatztreiber der kommenden Monate dürften Unterhaltungselektronik und Baumarktartikel sein. In diesen Segmenten erwarten 58 bzw. 46 Prozent der Händler steigende Verkaufszahlen. Auch für Sportartikel (38 Prozent) sehen sie gute Chancen. Das Sorgenkind bleibt der Buchmarkt, dem zwar 24 Prozent der Händler Wachstum prognostizieren, 25 Prozent rechnen allerdings mit rückläufigen Absatzzahlen.
83 Prozent der Händler führen regelmäßig im Laufe des Jahres Rabattaktionen durch
Rabattaktionen haben inzwischen längst nicht mehr nur zum Sommer- oder Winterschlussverkauf Konjunktur: 83 Prozent der Händler führen im Lauf des Jahres Rabattaktionen durch – 27 Prozent bringen es sogar auf mehr als fünf Aktionen pro Jahr (Vorjahr: 23 Prozent). Und der Trend zu mehr Rabatten hält an: 18 Prozent der Händler wollen künftig häufiger Preisnachlässe geben – nur neun Prozent wollen die Zahl der Rabattaktionen zurückfahren.
Studie:
Für das Handelsbarometer hat Ernst & Young ein unabhängiges Marktforschungsinstitut beauftragt, telefonisch 100 Handelsunternehmen in Deutschland zu befragen.
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