Nur Bares ist Wahres – das sieht eine Mehrheit der Kunden im Handel nach wie vor so. Und für den Einzelhandel ist am Ende immer die Kundenmeinung maßgeblich. Und die ist eindeutig: So fänden es nach einer Bankenumfrage knapp sechs von zehn Bundesbürgern nicht gut, wenn größere Beträge – „etwa ab 1 000 Euro“ – nur noch mit Karte bezahlt werden könnten. Und aktuelle Zahlen machen deutlich, dass im Handel noch immer mehr als 50 Prozent des Umsatzes über Bargeld gemacht werden.
Zur Person
Stefan Genth ist Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE).
Der Handel vertritt in dieser Debatte die Interessen seiner Kunden. Deshalb sehen wir die Pläne für eine Obergrenze bei Barzahlungen eher kritisch. Denn das wäre ein negatives Signal hinsichtlich der Verwendung von Bargeld. Davon abgesehen ist auch fraglich, was eine solche Obergrenze wirklich bringen würde. Denn schon heute bestehen Sorgfaltspflichten, die der Händler bei hohen Barzahlungen berücksichtigen muss. Diese werden ohnehin in Kürze von der 4. Geldwäscherichtlinie nochmals verschärft. Es gibt also bereits ausreichende Regeln, um wirksam gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorzugehen. Im Übrigen liegen bis heute keine Studien vor, die nachweisen, dass im Konsum- und Verbrauchsgüterbereich tatsächlich organisierte Kriminalität oder Terrorismusfinanzierung in erheblichem Ausmaß stattfindet.
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