Metro will Real an X-Bricks-Konsortium verkaufen

Beim geplanten Verkauf seiner Supermarktkette Real ist der Handelskonzern Metro umgeschwenkt. Nach einer monatelangen Hängepartie will das Unternehmen die schwächelnde Sparte nun nicht mehr an ein Konsortium um den Immobilienkonzern Redos verkaufen. Stattdessen hat Metro nun eine Absichtserklärung mit dem zweiten Interessenten, einem Konsortium um den Investor X-Bricks abgeschlossen, wie Metro mitteilt. Die Verhandlungen mit Redos wurden dagegen beendet.

 

Das vereinbarte Konzept sieht einen Verkauf von Real als Ganzes vor. Es umfasst das operative Geschäft von Real, den Online-Marktplatz sowie die 80 im Eigentum der Metro befindlichen Immobilien. Die Absichtserklärung sieht den Weiterbetrieb eines Kerns von Real-Märkten vor. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler abgegeben werden, teilt der Konzern mit.

 

Dies soll später geschehen und sei unabhängig von dem Verkauf von Real an das Konsortium. Was das für die Beschäftigten bedeutet, ist noch unklar. Von Metro heißt es lediglich, es sei Ziel, die Händler vertraglich zur Übernahme der Real-Mitarbeiter zu verpflichten. Die Kette hatte zuletzt etwa 34 000 Mitarbeiter.

 

Metro könnten nach dem momentanen Verhandlungsstand durch den Verkauf etwa 500 Millionen Euro netto zufließen, so der Konzern. Die Düsseldorfer wollen bis Ende Januar zu einem Vertragsabschluss kommen. Eine Transaktion müsste noch von den Behörden genehmigt werden.

 

Der Immobilieninvestor X-Bricks hatte Metro Ende November ein deutlich verbessertes Angebot in Aussicht gestellt. Ein früheres Angebot hatte Metro abgelehnt. Beim Kaufpreis und bei der Transaktionssicherheit sei nun nachgebessert worden, erklärt Metro. So habe das Konsortium etwa die exklusive Kooperationsvereinbarung mit dem Handelskonzern Kaufland aufgelöst.

 

Real gilt seit Jahren als Sanierungsfall: Die oft auf der grünen Wiese liegenden Riesenmärkte entsprechen nicht mehr dem Zeitgeist. Metro will sich von dem seit langem Verluste schreibenden Geschäft trennen und sich ganz auf den Großhandel konzentrieren. Der Konzern hatte im Mai 385 Millionen Euro auf die Tochter abschreiben müssen. Für einen Käufer aus der Handelsbranche ist eine Übernahme jedoch aus kartellrechtlichen Gründen schwierig. Das Supermarktgeschäft gilt ohnehin als stark konzentriert.

 

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