Kartellamt genehmigt Handelshof-Übernahme durch Edeka

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Handelshof-Gruppe durch Edeka freigegeben. Das teilt die Behörde mit. Damit darf Edeka 100 Prozent der Anteile an Handelshof übernehmen. Es gebe kein wettbewerbliches Problem, wird Amtspräsident Andreas Mundt zitiert.

 

Nach intensiven Vorermittlungen konnte die Prüfung laut Behörde innerhalb der einmonatigen ersten Phase des Fusionskontrollverfahrens abgeschlossen werden. Das Bundeskartellamt habe hierfür über 100 Wettbewerber und Kunden sowie Verbände befragt. Insbesondere die Markträume in Bielefeld, Detmold, sowie Arnsberg/Hamm wurden einer genauen Analyse unterzogen.

 

Der Präsident des Bundeskartellamtes Mundt fasst zusammen: „Wir haben die Absatz- und Beschaffungsmärkte in diesem Fall sehr genau analysiert. Letztendlich haben wir in keinem regionalen Großhandelsmarkt für Lebensmittel ein wettbewerbliches Problem durch den Zusammenschluss Edeka/Handelshof identifiziert. Auch die Beschaffungsseite war Gegenstand sorgfältiger ökonomischer Würdigung. Wir wissen, dass Edeka hier eine starke Marktposition hat. Unsere Ermittlungen haben aber ergeben, dass der Anteil der Handelshof-Gruppe mit deutlich unter 0,5 Prozent am bundesweiten Beschaffungsvolumen letztlich als so gering einzuschätzen war, dass der mit der Übernahme einhergehende Zuwachs bei Edeka keine erheblichen wettbewerblichen Auswirkungen hat.“

 

Die Handelshof-Gruppe betreibt 16 Cash & Carry-Großhandelsmärkte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern und ist auch im Zustellgroßhandel tätig. Ihr Umsatz betrug 2018 circa 640 Millionen Euro. Die Edeka-Gruppe erzielte 2018 Umsätze von 53,7 Milliarden Euro allein in Deutschland. Sie ist vor allem über die Edeka Foodservice im Abhol- und Zustellgroßhandel tätig, mit Standorten im gesamten Bundesgebiet außer im Norden Deutschlands.

 

Zur News-Übersicht geht es hier.

Zum Weiterlesen

IFH-Prognose

Wie stark der Onlinehandel bis 2024 wachsen wird

Nach dem coronabedingten Rekordjahr 2020 mit einem Online-Umsatz zwischen 80 und 88 Milliarden Euro werden bei Trendfortschreibung 2024 120 Milliarden erreicht, bei zunehmender Dynamik sogar 141 Milliarden. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Instituts für Handelsforschung (IFH).

Marketing

Wie kleine Händler Kunden ansprechen können

Viele Deutsche halten es für wichtig, kleine Unternehmen, die es während der Coronakrise schwer haben, zu unterstützen - das zeigt eine You-Gov-Umfrage. Eine überwiegende Mehrheit der Verbraucher fühlt sich jedoch vom Marketing solcher lokalen Händler nicht angesprochen.

Coronapandemie

Wie deutsche Einzelhändler ihre Lieferketten krisenfest aufstellen

Eine Studie der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal (A&M) beschreibt die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Lieferketten im Einzelhandel. Demnach werden Händler Produkte im Wert von rund 9,4 Mrd. Euro in den nächsten zwölf Monaten aus Deutschland beziehen.

Preisauszeichnung

Das Ende des Feilschens

Meist klein und unscheinbar, verhindert es doch, dass es im deutschen Einzelhandel wie auf einem ­orientalischen Basar zugeht: Das Preisschild, vor über 150 Jahren von ersten Kaufhäusern eingeführt, beendet das Preisgeschacher und erleichtert Preisvergleiche.

Lockdown

HDE erwartet Klagen von Händlern wegen Coronahilfen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet mit Klagen von Einzelhandelsunternehmen gegen die Art der staatlichen Corona-Entschädigung. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth begründet dies mit einer Ungleichbehandlung gegenüber der Gastronomie.