Sport Voswinkel schließt 22 Filialen

Die Restrukturierung der insolventen Intersport-Tochter Voswinkel geht weiter. Wie das Unternehmen mitteilt, soll der Sanierungsplan in Kürze beim zuständigen Amtsgericht eingereicht werden. Demnach sollen 22 von 72 Filialen geschlossen werden und 275 Jobs wegfallen.

 

Neun ursprünglich ebenfalls zur Schließung vorgesehene Filialen könnten jedoch nach erfolgreichen Verhandlungen mit den Vermietern fortgeführt werden, heißt es. Im Warenverteilzentrum in Bochum und in der Zentrale in Dortmund ist ebenfalls eine umfangreiche Reorganisation vorgesehen. Die Geschäftsführung habe mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und einen Sozialplan vereinbart und am Wochenende die Mitarbeiter über die Lage informiert.

 

Geschäftsführer Marcus Neul drückt sein Bedauern aus: „Der Einsatz unserer Mitarbeiter ist trotz der schwierigen Lage seit April beeindruckend: Sie standen und stehen hinter Sport Voswinkel und haben es ermöglicht, den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortzuführen. Die Schließung der Filialen und damit den Wegfall von Arbeitsplätzen bedauern wir außerordentlich. Aber wir müssen diesen Schritt gehen, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen und es zu erhalten."

 

Zum 31. Oktober 2019 geschlossen werden laut Mitteilung folgende Filialen: Baunatal (Ratio-Land), Berlin (Schultheiss Quartier und Gesundbrunnen-Center), Bielefeld (Engersche Straße), Cuxhaven, Dietzenbach, Duisburg (Königsgalerie), Düsseldorf (Bilk-Arkaden), Hagen (Elberfelder Straße), Hamburg (Hamburger Meile), Hannover (Outlet Varrelheide), Hildesheim (Arneken-Galerie), Koblenz (Carl-Zeiss-Straße), Köln (Arcaden), Lübeck, Münster, Oldenburg (Schlosshöfe), Recklinghausen, Stuttgart (Gerber und Milaneo) und Wiesbaden. Der Mietvertrag der Filiale in Wuppertal (Alte Freiheit 9) soll zum 31. März 2020 beendet werden.

 

Sport Voswinkel wurde 1904 in Bochum gegründet und gehört zu den größten Sportfilialisten in Deutschland. Im Geschäftsjahr 1. Oktober 2017 bis 30. September 2018 erlöste Sport Voswinkel rund 139 Mio. Euro, ein Minus im Vergleich zum Vorjahr (ca. 146 Mio. Euro) von rund fünf Prozent. Das Unternehmen ist bundesweit vertreten; Schwerpunkt des Filialnetzes liegt in Nordrhein-Westfalen. Seit 2003 ist das Unternehmen eine Tochter der Intersport Deutschland eG.

 

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