Der Rettungsschirm der Bundesregierung sei aus Sicht des Mittelstands löchrig, beklagen Handelsverband Deutschland (HDE) und Mittelstandsverbund (ZGV). Die Verbände starten daher eine Kampagne unter dem Motto "SOS Mittelstand".
Die Politik spreche von einem beispiellosen und historisch einzigartigen Hilfsprogramm – der Mittelstand jedoch warte noch immer auf Kredite, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Verbände. „Die Arbeit ist nicht damit getan, ein milliardenschweres Hilfspaket aufzusetzen. Solange das Geld nicht ankommt, ist keine Rechnung bezahlt, keinem Unternehmen und vor allem keiner einzigen Mitarbeiterin und keinem einzigen Mitarbeiter geholfen. Die Menschen sind nicht nur in Sorge um ihre Gesundheit, sondern auch um ihren Arbeitsplatz!“, mahnt Eckhard Schwarzer, Präsident des Mittelstandsverbundes.
Mittelständler mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 10 und 249 sowie einstelligen Millionenumsätzen fielen beim Wirtschaftsstabilitätsfond durch das Raster. Als Alternative käme nur ein Sonder-Kredit-Programm der KfW in Frage, das die Unternehmen retten soll. Doch die Nachfrage nach den Hilfskrediten ist groß, das Antragsverfahren der über die KfW auszugebenen Kredite laufe mehr schlecht als recht.
„Damit unsere Botschaft als unmittelbares Feedback die Politik erreicht, brauchen wir die Unterstützung jedes einzelnen Mittelständlers. Wir wollen gemeinsam Gesicht zeigen – und den wirtschaftlich Betroffenen dieser Krise ein Gesicht geben. Nur so können wir der Politik ein unmittelbares Feedback spiegeln", so der Appell von Günter Althaus, Leiter der „Taskforce Liquidität für den Mittelstand“ und ehemaliger Präsident des Mittelstandsverbundes. Daher starten ZGV und HDE eine Kampagne unter dem Motto "SOS Mittelstand". HDE-Präsident Josef Sanktjohanser erklärt: „Die Bundesregierung hat viele mittelständische Handelsbetriebe bisher in ihren Hilfsprogrammen nicht ausreichend berücksichtigt. Die Direktzahlungen und Kredite müssen jetzt schnellstens bei den Unternehmen vor Ort ankommen. Ansonsten droht allem vielen mittelständischen Händlern die Insolvenz.“
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