Die Präsidenten der Handelsverbände haben gleichlautende Briefe mit Vorschlägen zur Rettung des stationären Textil-, Schuh- und Lederwarenhandels an Kanzlerin Angela Merkel, Kanzleramtschef Helge Braun, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz abgeschickt.
Auf drei Seiten erläutern Steffen Jost vom Handelsverband Textil (BTE), Brigitte Wischnewski vom Handelsverband Schuhe (BDSE) und Nina Kiesow vom Handelsverband Lederwaren (BLE) die besonderen Probleme der drei Branchen aufgrund des Shutdowns:
► Die saisonalen Warenangebote, die ein Aufholen der Umsätze fast unmöglich machten und zu einer schnellen Entwertung der Warenbestände führten.
► Der zunehmende Waren- und Liquiditätsdruck durch anhaltende Lieferungen.
► Die lange, globale Lieferkette, die schnelle Reaktionen unmöglich machten.
► Die aus ihrer Sicht marktwirtschaftlich nicht tolerierbare Schlechterstellung des stationären Fachhandels gegenüber dem Onlinehandel und anderer Vertriebswege, die weiterhin Textilien, Schuhe und Lederwaren verkaufen dürfen.
Aufgrund dieser besonderen Gemengelage, so die drei Verbände, stünden tausende Unternehmen vor dem Aus. Bereits die beschlossenen Öffnungsverbote bis Ende April würden zu zahlreichen Insolvenzen führen. Dauere die Schließung auch im Mai noch an, werde es zu einem dramatischen Anstieg der Leerstände in den Cities kommen.
Die Verbände fordern die Übernahme der laufenden Betriebskosten sowie des Wertverlustes des aktuellen Warenbestandes über einen Hilfsfonds. Als Alternative sehen sie ein Schutzpaket für Mietverbindlichkeiten und Verbesserungen bei KfW-Darlehen und Kurzarbeitergeld. Die Bundesregierung solle zudem einen verlässlichen Fahrplan für die Zeit nach der Krise entwerfen und dann etwa Sonntagsöffnungen leichter möglich machen.
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