Schuhhandel rechnet nur mit langsamer Erholung

 

Der stationäre Schuhhandel in Deutschland rechnet angesichts der anhaltenden Corona-Krise nicht damit, dass die Kauflust der Verbraucher rasch wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Auch im wichtigen Weihnachtsgeschäft würden die Umsätze wohl noch spürbar unter dem Vorjahresniveau liegen, sagt die Präsidentin des Handelsverbandes Schuhe (BDSE), Brigitte Wischnewski, anlässlich der Düsseldorfer Messe "Gallery Shoes".

 

Im ersten Halbjahr lagen die Umsätze im Schuheinzelhandel wegen der Corona-Krise mit rund 2,5 Milliarden Euro um rund 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr rechnet der Branchenverband mit einem Umsatzminus von 20 bis 25 Prozent.

 

"Obgleich sich die Konsumstimmung insgesamt wieder etwas aufgehellt hat: In den Schuhhäusern hat sich dies noch nicht nachhaltig niedergeschlagen", sagt Wischnewski. Die Maskenpflicht, die Angst vor Ansteckung und Unsicherheiten über die Einkommensentwicklung wirkten als Shopping-Bremse. Bedarfskäufe - etwa bei Kinderschuhen - würden zwar getätigt, bei Lust- und Impulskäufen hielten sich die Kunden dagegen weiterhin zurück.

 

Allerdings sei die Entwicklung je nach Standort, Sortiment und Zielgruppe der Schuhhändler sehr unterschiedlich. Besonders schwer tun sich nach ihren Worten aktuell große Schuhhäuser in den Shopping-Metropolen, wo Touristen als Kunden ausbleiben und es am gewohnten Einkaufsflair mit attraktiver Gastronomie, Kunst und Kultur mangele. Deutlich besser laufe es dagegen häufig in vielen kleineren Schuhgeschäften auf dem Land und in kleineren Städten.

 

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