Handel fordert bei hartem Lockdown zusätzliche Nothilfen

 

Für den Fall eines bundesweiten harten Lockdowns fordert der Handel zusätzliche Nothilfen der Politik. Dann gehe es um eine gleiche Behandlung der Betroffenen, sagt der Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser. Die bisherigen November- und Dezemberhilfen richten sich vor allem an Firmen, die wegen behördlicher Anordnungen ihren Betrieb dicht machen mussten - also etwa die Gastronomie.

 

Der Schaden müsse dann ausgeglichen werden, sagt Sanktjohanser bei einer Videokonferenz von Wirtschaftsverbänden. Der Verband führe intensive Gespräche mit Finanz- sowie Wirtschaftsministerium. November und Dezember seien für viele Unternehmen normalerweise die umsatzstärksten Monate des Jahres. Wenn diese Umsätze jetzt ausfielen, gerieten viele Geschäfte in noch größere Schieflage.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Bundestag weitere Corona-Maßnahmen noch vor Weihnachten gefordert. Sie bezeichnete Empfehlungen der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina für Geschäftsschließungen und eine Verlängerung der Weihnachtsferien bis zum 10. Januar als richtig. Sachsen will bereits ab kommendem Montag viele Geschäfte schließen. Schon zuvor hatte sich der HDE in einem Brief an Merkel gewandt und vor einer erneuten Schließung von Teilen des Einzelhandels zur Bekämpfung der Coronapandemie gewarnt.

 

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