Handel warnt vor Folgen erneuter Ladenschließungen

 

Die Infektionszahlen steigen, die Debatte über einen härteren Lockdown läuft. Sachsen hat sich bereits entschieden und schließt alle Geschäfte bis auf Lebensmittelhändler. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hält solche Maßnahmen für überflüssig - der Einzelhandel sei keine Quelle von Infektionen.

 

Sachsen fährt das öffentliche Leben weiter herunter. Wie die Regierung mitteilt, soll der bisher geltende Teil-Lockdown verschärft werden. Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte sollen geschlossen werden. Geöffnet bleiben sollen Lebensmittelläden und Geschäfte für den Grundbedarf. Das Virus habe eine viel stärkere Kraft als im Frühjahr, die Menschen würden die Lage aber bei Weitem nicht so ernst nehmen, argumentiert Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

 

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth betont, er sehe die Notwendigkeit, etwas gegen die hohen Infektionszahlen zu unternehmen. "Es ist in unser aller Interesse, das Infektionsgeschehen durch effektive und zielgerichtete Maßnahmen rasch wieder unter Kontrolle zu bringen", sagt er. Der Einzelhandel leiste mit der konsequenten Umsetzung umfassender Hygienekonzepte dazu einen wichtigen Beitrag. 
 

Genth: Pandemiebekämpfung bei geöffneten Läden möglich

Aktuelle Infektionszahlen unter den Beschäftigten des Einzelhandels belegten zudem, dass der Einzelhandel unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche kein Infektionshotspot sei. „Offene Läden und die wirkungsvolle Bekämpfung der Pandemie sind kein Widerspruch, eine erneute Schließung vieler Geschäfte ist nicht notwendig“, argumentiert Genth.

 

Der Handelsverband rechnet vor, dass eine Schließung des Non-Food-Handels für den aufgrund der bisherigen Corona-Beschränkungen bereits stark existenzgefährdeten innerstädtischen Handel und insbesondere für den Mittelstand fatale wirtschaftliche Folgen hätte und bis zu einer Milliarde Euro Umsatz täglich kosten könnte. Genth: „Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist neben der Woche vor Heiligabend die umsatzstärkste Zeit des Weihnachtsgeschäfts.“ Viele Händler machten in November und Dezember ein Viertel ihres Jahresumsatzes. 

 

Wenn dennoch flächendeckende Ladenschließungen angeordnet würden, plädiert der HDE dafür, diese frühestens nach Heiligabend, besser erst ab Januar, für einen vorab klar definierten, überschaubaren Zeitraum umzusetzen. „Dann sind aber auch entsprechende staatliche Hilfen für die betroffenen Händler gefordert. Ansonsten kommt es zu einem Flächenbrand in unseren Innenstädten“, so Genth weiter.

 

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