In einem offenen Brief attackieren über 400 Parlamentarier aus verschiedenen Ländern den Chef des Online-Giganten Amazon, Jeff Bezos, ungewöhnlich scharf. Sie fordern ihn auf, das Unternehmen sozialer und umweltfreundlicher aufzustellen. Ein Amazon-Sprecher weist die Vorwürfe zurück.
Die Unterzeichner aus 34 Ländern kritisieren den amerikanischen Konzern für seine Arbeitsbedingungen, seine Umweltpolitik und seine niedrigen Steuerabgaben. "Amazons straffreie Tage sind vorbei", heißt es in dem Brief, der Bezos zu einem Kurswechsel auffordert. Das Schreiben ist Teil der Kampagne "Make Amazon Pay", die von einem Bündniss von über 50 internationalen Organisationen getragen wird. Dazu gehören Greenpeace und das Tax Justice Network, ein Verband für Steuergerechtigkeit.
Schon länger regt sich Kritik an Amazons Praxis, durch Unternehmenssitze in Niedrigsteuerländern weltweit Sozialabgaben zu sparen. Auch 30 Abgeordnete des Bundestags und des Europäischen Parlaments haben das aktuelle Schreiben unterzeichnet – vorrangig Politiker der Linken, dazu von SPD und Grünen.
Amazon weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer Reihe "irreführender Behauptungen falsch informierter oder eigennütziger Gruppen". Man unterstütze Mitarbeiter durch sichere Arbeitsbedingungen, wettbewerbsfähige Löhne und umfassende Sozialleistungen, zudem leiste Amazon Steuerzahlungen in Milliardenhöhe weltweit und bekenne sich zum Umweltschutz.
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