HDE wertet Ausbildungsprämien als gutes Signal

 

Die im Bundeskabinett beschlossenen Ausbildungsprämien während der Coronakrise bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) grundsätzlich positiv. Kritisch sieht der Verband allerdings, dass nur kleinere Unternehmen die Gelder beantragen dürfen. Das Geld soll Betrieben helfen, die trotz wirtshaftlicher Schwierigkeiten ihre Ausbildungsplätze erhalten oder sogar ausbauen.

 

„Die Ausbildungsprämien sind für die vielen im Einzelhandel von Corona betroffenen Betriebe eine wichtige Unterstützung und machen die hohe Wertschätzung für die Ausbildungsleistung der Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten deutlich“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Unverständlich sei aber, warum nur Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten für die Gelder antragsberechtigt sein sollen. „Auch größere, mittelständische Handelsunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern, wie beispielsweise Modehäuser, leiden sehr unter der Coronakrise und bieten gleichzeitig vielen jungen Menschen eine berufliche Zukunft. Das darf nicht ohne Anerkennung und Unterstützung bleiben“, so Genth weiter.

 

Die Bundesregierung diskriminiere besonders die größeren ausbildenden Betriebe des Mittelstands an dieser Stelle ohne sachlichen Grund. Daher werde die Ausbildungsprämie für die Übernahme von Auszubildenden aus insolventen Betrieben wenig Wirkung entfalten. Denn hier haben vor allem die von der Prämie ausgenommenen größeren Betriebe ausreichend Kapazitäten, um Auszubildende aus anderen Unternehmen aufzunehmen.

 

Trotz Corona rechnet der Einzelhandel in diesem Jahr mit einem stabilen Ausbildungsplatzangebot. So entfallen in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit aktuell knapp elf Prozent der angebotenen Stellen auf die beiden Kernberufe des Einzelhandels: Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer. Darüber hinaus bilden die Handelsunternehmen laut HDE in über 60 weiteren Berufen aus, bieten Abiturientenprogramme und duale Studiengänge an.

 

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