Kaufland übernimmt real.de

 

Die Schwarz Gruppe stärkt ihr Digital-Geschäft durch die Übernahme des Online-Marktplatzes real.de. Die Plattform soll laut einer Mitteilung unter dem Namen Kaufland weitergeführt werden und das stationäre Angebot des Handelsriesen ergänzen. Den Kaufpreis nennt die Schwarz Gruppe nicht.

 

Der Discount-Spezialist, der mit seinen Sparten Lidl und Kaufland weltweit mehr als 12.000 Filialen betreibt und einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro erreicht, ist bislang im E-Commerce nur wenig präsent. Dabei hatte der Online-Handel mit Lebensmitteln in der Corona-Krise einen Boom erlebt. Der Konzern will dies Lücke nun offenbar schließen. "Real.de ist ein wesentlicher Baustein unseres künftigen Angebots. Die Kombination aus stationärem Geschäft und Online-Handel wird uns zusätzliche Möglichkeiten eröffnen", erklärt Rolf Schumann, Vorstand Digitalisierung der Schwarz Gruppe. Real.de ist zuletzt kräftig gewachsen.

 

Der angekündigte Verkauf von real.de ist gleichzeitig der nächste Schritt bei der Zerschlagung der SB-Warenhauskette Real. Bereits im Frühjahr hat der Real-Mutterkonzern Metro den Verkauf der Tochter samt des Digitalgeschäfts an den russischen Finanzinvestor SCP angekündigt. Diese Transaktion soll an diesem Donnerstag abgeschlossen werden.

 

SCP will die kriselnde Warenhauskette nach der Übernahme rasch Stück für Stück verkaufen. Bereits Ende März hat der Finanzinvestor mitgeteilt, dass 141 der mehr als 270 Real-Märkte an Kaufland und Edeka abgegeben werden sollen. Nun soll auch das Digitalgeschäft an Kaufland gehen. Der Finanzinvestor bezeichnet den Verkauf als "einen weiteren wichtigen Schritt" bei der Umsetzung seiner Pläne.

 

Der Übergang von real.de an die Schwarz Gruppe steht noch unter dem Vorbehalt des für den 25. Juni vorgesehenen Abschlusses des Erwerbs von Real durch SCP und der kartellrechtlichen Genehmigung der Übernahme.

 

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