Der Umsatz mit fair gehandelten Waren hat 2019 erstmals die Marke von zwei Milliarden Euro überschritten. Das teilte der Verein Transfair in Berlin mit, der an Händler und Produzenten gegen Lizenzgebühren das Recht vergibt, das Fairtrade-Logo zu nutzen. 2018 lag der Umsatz noch bei 1,6 Milliarden Euro.
Deutsche Verbraucher geben im Schnitt 25 Euro für fair gehandelte Produkte aus. Einen deutlichen Zuwachs gab es bei Bananen, von denen 130.000 Tonnen verkauft wurden, 41 Prozent mehr als 2018. Der Marktanteil liege damit bei 20 Prozent. Das starke Plus ist den Angaben zufolge vor allem darauf zurückzuführen, dass Fairtrade-Bananen ohne Bio-Siegel inzwischen auch beim Discounter Lidl im Angebot sind.
Auch fair gehandelter Kaffee hat um zwölf Prozent auf 23.000 Tonnen zugelegt. Der Marktanteil ist mit rund fünf Prozent allerdings nach wie vor bescheiden. Der Verkauf von fair gehandeltem Tee, von dem deutschlandweit ist auf 359 Tonnen zurückgegangen. Ein Rückgang von sechs Prozent, den Transfair mit dem vergangenen heißen Sommer begründet.
Den größten Marktanteil hat das Siegel für fairen Handel bei Rosen: 30 Prozent der verkauften Rosen sind laut Verband Fairtrade-Blumen. Zugelegt hat auch die Nachfrage nach fair gehandeltem Kakao etwa für die Schokoladenherstellung - auf 79.000 Tonnen. Das sind 45 Prozent mehr als 2018 und ein Marktanteil von 17 Prozent.
In diesem Jahr wird der Absatz der fairen Produkte durch die Folgen der Corona-Pandemie überschattet. Die Nachfrage nach fairen Lebensmitteln wie Kaffee, Bananen oder Kakao sei zwar bisher stabil geblieben, aber in den Anbauländern der Fairtrade-Produkte seien Gesundheitsversorgung und Wirtschaft fragil, sagt der Transfair-Vorstandsvorsitzende Dieter Overath. Die Pandemie lege soziale und wirtschaftliche Ungleichheit offen.
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