Vor dem Corona-Gipfel der Bundesregierung warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor strengeren Vorgaben für die Kundenzahl in Geschäften. Die von der Bundesregierung vorgeschlagene Regelung, nur noch einen Kunden pro 25 statt wie bisher pro zehn Quadratmetern Verkaufsfläche zuzulassen, könne zu langen Schlangen vor den Geschäften und "am Ende zu neuen Hamsterkäufen im Lebensmittelhandel führen", mahnt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Zudem sei es auch nicht im Sinne der Eindämmung der Pandemie, wenn viele Kunden vor den Geschäften wartend bei kalter Witterung eng beieinander stünden.
Auch der Vorstandsvorsitzende der Rewe Group, Lionel Souque, fürchtet "endlose Wartschlangen und chaotische Situationen vor den Supermärkten". Das gelte erst recht im Weihnachtsgeschäft, das die Märkte von Rewe und Penny ohnehin Jahr für Jahr vor außergewöhnliche Herausforderungen stelle. Der HDE fordert deshalb, bei der aktuellen Regelung zu bleiben. "Die Hygienekonzepte der Handelsunternehmen haben sich bewährt, es gibt keine Hotspots beim Einkaufen. Deshalb gibt es auch keinen Grund, die Regeln zu verschärfen", sagt Genth.
Dringenden Handlungsbedarf sieht der Handelsverband dagegen nach wie vor bei den Hilfsmaßnahmen für die innerstädtischen Handelsunternehmen. "Die Politik muss jetzt handeln oder sie nimmt verödete Innenstädte sehenden Auges in Kauf", betont Genth.
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