Mit Blick auf die Wirtschaftsministerkonferenz der Bundesländer fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) Unterstützung für den aktuell unter Umsatzverlusten leidenden innerstädtischen Einzelhandel. Laut einer Mitteilung erwartet der Verband von den Ministern vor allem ein klares Bekenntnis zu rechtssicheren Sonntagsöffnungen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat bereits wiederholt für die Ladenöffnung auch an Sonntagen plädiert.
„Für viele Innenstädte ist es schon fünf nach zwölf. Im November mussten viele Innenstadthändler Umsatzverluste in Höhe von einem Drittel verkraften. Und die Entwicklung wird sich voraussichtlich im laufenden Lockdown-Light fortsetzen. Es drohen verödete Stadtzentren“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Ein Teil der Lösung, um Innenstädte wieder attraktiv zu machen, könnten auch rechtssichere, gelegentliche Ladenöffnungen an den Sonntagen sein.
„Kurzfristig geht es darum, mit an sieben Tagen geöffneten Geschäften das Weihnachtsgeschäft zu entzerren und es den Kunden einfacher zu machen, die Abstandsregelungen einzuhalten. Nach der Coronakrise hilft die gelegentliche Sonntagsöffnung dabei, das Bedürfnis der Kunden nach Shopping-Events zu befriedigen und wenigstens einige der verlorenen Umsätze nachzuholen“, führt Genth weiter aus. Die Wirtschaftsminister sollten deshalb ein klares Bekenntnis für Sonntagsöffnungen abgeben und an rechtssicheren Vorgaben in den Bundesländern arbeiten. In den vergangenen Monaten klagte die Gewerkschaft Ver.di immer wieder erfolgreich kurzfristig gegen bereits genehmigte Sonntagsöffnungen. Die Handelsunternehmen seinen in der Folge auf den Kosten für Werbung und Personaleinsatz sitzen geblieben, klagt der HDE.
Um dem mittelständischen Einzelhandel in der aktuellen Krise zu helfen, fordert der Verband außerdem einen Digitalisierungsfonds in Höhe von 100 Millionen Euro, um den ohne eigene Schuld in Not geratenen Unternehmen zu helfen, in ihre Zukunft zu investieren. Eine Vorbildrolle könnten dabei unter anderem die in Nordrhein-Westfalen aktiven Digitalisierungscoaches übernehmen, heißt es. Und auch das vom Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufene Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel könne eine aktive Rolle spielen. Um den Standort Innenstadt dauerhaft aufzuwerten, setzt sich der HDE zudem für einen Innenstadtfonds in Höhe von 500 Millionen Euro ein.
Zur News-Übersicht geht es hier.