Corona-Krise trifft Bekleidungshandel und Warenhäuser hart

 

Nun ist es auch amtlich: Die Corona-Krise hat den Einzelhandel mit Bekleidung besonders stark getroffen. Im August lagen die realen Umsätze der meist in Innenstädten angesiedelten Händler 11,6 Prozent unter dem Niveau aus dem Februar, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Kalender- und Saisoneffekte sind dabei bereits berücksichtigt. Auch im Vergleich zum August 2019 fehlten 11,4 Prozent der Erlöse in den Kassen.

 

Auch klassische Kaufhäuser gehören laut Statistik zu den Verlierern der Krise: Von April bis Juni 2020 lag der reale Umsatzverlust der Branche im Vergleich zum 2. Quartal 2019 bei 21,3 Prozent. Kalender- und saisonbereinigt erreichten die Umsätze der Kaufhäuser auch im August 2020 immer noch nicht das Vorkrisenniveau (-1,2 Prozent gegenüber Februar 2020). 

 

Die Käufer sind in der Pandemie noch stärker als zuvor ins Internet abgewandert: Bekleidung, Sportartikel und Schuhe - für Warenhäuser wichtige Sortimente - waren 2019 in Deutschland die beliebtesten Online-Produkte und wurden von 68 Prozent der Online-Käufer bestellt. Die Erlöse mit Textilien im Internet- und Versandhandel lagen im August rund 23,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Über das gesamte Sortiment setzten die Onliner 19,6 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor.

 

In der Langzeitbetrachtung zeigt sich der Erfolg von Online-Händlern und Plattformen wie Amazon und Co.: Von 1999 bis bis zum Jahr 2019 steigerten sie ihre realen Umsätze um 120,3 Prozent, so das Bundesamt. Im gleichen Zeitraum büßten die Kaufhäuser 42,1 Prozent ein. Der stationäre Einzelhandel konnte in der Phase zwar noch 11,2 Prozent zulegen, blieb damit aber auch sehr deutlich hinter den Wachstumsraten der Onliner.

 

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