Auch wenn die Corona-Zahlen derzeit bundesweit kräftig steigen, gibt es bislang noch keine zweite Welle von Hamsterkäufen. Allerdings werden hier und da offenbar die ersten Verbraucher nervös. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den großen Handelsketten. Knapp jeder zehnte Verbraucher will sich laut einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov in den kommende Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken.
Erste Berichte in den sozialen Medien über leergekaufte Regale in einzelnen Geschäften haben in den vergangene Tagen für Aufsehen gesorgt. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels gibt jedoch Entwarnung. "Wir beobachten derzeit keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens der Kunden", betont ein Sprecher des Verbandes. Die Nachfrage in den Lebensmittelgeschäften gehe aktuell nicht über die Bevorratung des normalen Bedarfs hinaus. Fast wortgleich äußert sich auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka.
Auch ein Rewe-Sprecher erklärt: "Es gibt keine Hamsterkäufe." Die Lage in den mehr als 5500 Rewe- und Penny-Märkten sei im Hinblick auf die Kundennachfrage vollkommen normal und entspannt.
Doch eine gewisse Verunsicherung ist wohl doch wieder da. Aldi Süd räumt ein: "Aktuell verzeichnen wir in unseren Filialen erstmals wieder einen leichten Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten." Auch Aldi Nord bemerkt "vereinzelt" eine erhöhte Nachfrage im Bereich Papierwaren. Und eine Sprecherin des Großflächen-Discounters Kaufland erklärt: "Wir beobachten derzeit nur in einzelnen Filialen ein verändertes Einkaufsverhalten der Kunden."
Alle drei Discounter betonen aber auch, es gebe keinen Grund für Hamsterkäufe. Die Warenversorgung sei sichergestellt. "Wenn jeder nur das kauft, was er braucht, ist auch genug für alle da", heißt es bei Kaufland. Auch dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer beruhigt: "Wir bei dm sind gut auf die erhöhte Nachfrage nach Toilettenpapier, Desinfektionsmitteln sowie Seife, die wir derzeit beobachten, vorbereitet."
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