HDE kritisiert Pläne zur Einführung eines Unternehmensstrafrechts

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht Pläne der Bundesregierung zur Einführung eines Unternehmensstrafrechtes und begrüßt deshalb einen Vorstoß von sechs Bundesländern, eine Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes im Bundesrat zu verhindern.

 

„Der Regierungsentwurf ist ein Schnellschuss, die Beschlussfassung erfolgte ohne Beratung im Kabinett in einem völlig übereilten Verfahren, so dass die berechtigte Kritik der betroffenen Wirtschaftsbranchen überhaupt nicht berücksichtigt werden konnte“, kommentiert HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Mit dem Gesetz könnten Unternehmen schuldlos für das Fehlverhalten einzelner in Haftung genommen und mit unverhältnismäßigen Strafen sanktioniert werden.

 

Genth weiter: „Der Gesetzentwurf geht in die völlig falsche Richtung, weil er Unternehmen pauschal kriminalisiert und an entscheidenden Stellen gegen rechtsstaatliche Grundsätze verstößt." Er warnt, ein solches Gesetz würde auch rechtstreue Unternehmen erheblich belasten, weil es beispielsweise auch kleine Unternehmen faktisch zur Einrichtung eines Compliance-Systems zwinge. Mit Blick auf das im Koalitionsausschuss im April beschlossene Belastungsmoratorium fordert der HDE die Bundesregierung auf, den Gesetzentwurf grundsätzlich wegen der Corona-Krise mindestens bis zur nächsten Legislaturperiode zurückzustellen.

 

Zur News-Übersicht geht es hier.

Zum Weiterlesen

IFH-Prognose

Wie stark der Onlinehandel bis 2024 wachsen wird

Nach dem coronabedingten Rekordjahr 2020 mit einem Online-Umsatz zwischen 80 und 88 Milliarden Euro werden bei Trendfortschreibung 2024 120 Milliarden erreicht, bei zunehmender Dynamik sogar 141 Milliarden. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Instituts für Handelsforschung (IFH).

Marketing

Wie kleine Händler Kunden ansprechen können

Viele Deutsche halten es für wichtig, kleine Unternehmen, die es während der Coronakrise schwer haben, zu unterstützen - das zeigt eine You-Gov-Umfrage. Eine überwiegende Mehrheit der Verbraucher fühlt sich jedoch vom Marketing solcher lokalen Händler nicht angesprochen.

Coronapandemie

Wie deutsche Einzelhändler ihre Lieferketten krisenfest aufstellen

Eine Studie der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal (A&M) beschreibt die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Lieferketten im Einzelhandel. Demnach werden Händler Produkte im Wert von rund 9,4 Mrd. Euro in den nächsten zwölf Monaten aus Deutschland beziehen.

Preisauszeichnung

Das Ende des Feilschens

Meist klein und unscheinbar, verhindert es doch, dass es im deutschen Einzelhandel wie auf einem ­orientalischen Basar zugeht: Das Preisschild, vor über 150 Jahren von ersten Kaufhäusern eingeführt, beendet das Preisgeschacher und erleichtert Preisvergleiche.

Lockdown

HDE erwartet Klagen von Händlern wegen Coronahilfen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet mit Klagen von Einzelhandelsunternehmen gegen die Art der staatlichen Corona-Entschädigung. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth begründet dies mit einer Ungleichbehandlung gegenüber der Gastronomie.