Umweltfreundliche Verpackungen stehen hoch im Kurs

Konsumenten legen Wert auf umweltfreundliche und praktische Produktverpackungen. Und Frauen sind dabei umweltbewusster als Männer. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Consumer Barometers des Forschungsinstituts IFH Köln und des Beratungsunternehmens KPMG.

06.09.2016

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Über alle Produktkategorien hinweg ist es drei von vier der rund 520 befragten Konsumenten wichtig, dass Verpackungen umweltfreundlich sind. Bei Getränken und Lebensmitteln achten Konsumenten am häufigsten darauf, ob Artikel in umweltfreundlichen Flaschen, Tüten oder Kartons stecken. Recycling und Klimaneutralität stehen im Fokus: Mehr als acht von zehn Konsumenten bevorzugen im Allgemeinen wiederverwertbare Produktverpackungen. Auf eine klimaneutrale Herstellung von Kartons, Tüten und Co. achten drei von vier Befragten.

„Wunsch und Wirklichkeit gehen beim Thema Verpackung noch deutlich auseinander: Obwohl gut 70 Prozent der Verbraucher beim Kauf gezielt auf Produkte mit wenig Umverpackung achten und gut drei Viertel deren Umweltfreundlichkeit als wichtiges Einkaufskriterium nennen, wird hierzulande aktuell pro Kopf noch mehr Verpackungsmüll erzeugt als in jedem anderen EU-Land. Der wachsende Onlineanteil verschärft die Situation zusätzlich – sowohl im Hinblick auf Verpackungsanforderungen als auch in Bezug auf den Verpackungsmüll. Neue Lösungen zur Reduktion der Versandverpackungen gehören deshalb ebenfalls auf die Agenda von Herstellern und Händlern“, sagt Mark Sievers, Head of Consumer Markets bei KPMG.

Artikel mit praktischen Verpackungen – zum Beispiel Kartons mit Tragegriffen – wissen rund 72 Prozent der Befragten zu schätzen. Beim Kauf von Elektronikartikeln (88 %), Lebensmitteln sowie Schmuck und Uhren (je 80 %) spielen praktische Verpackungen für Konsumenten sogar eine deutlich größere Rolle. Optik oder Material sind aus Konsumentensicht hingegen nur in bestimmten Warengattungen oder bei besonders hochwertigen Produkten wichtig.

Wenn es um Produktverpackungen geht, zeigen sich Frauen deutlich umweltbewusster als Männer. So ist es 78 Prozent der befragten Männer, aber 92 Prozent der Frauen wichtig, dass Getränkeverpackungen die Umwelt schonen. Bei Haushalts- und Dekorationsartikeln sowie Kosmetik zeigen sich ähnlich große Unterschiede zwischen den Geschlechtern.


„Auch wenn sich viele Konsumenten mehr verpackungsfreie Produkte wünschen, bleiben Kartons, Flaschen und Co. im Handel wichtig – und beeinflussen auch die Kaufentscheidung: Bei nahezu jedem vierten Konsumenten entscheidet die Verpackung häufig darüber, ob ein Artikel im Einkaufskorb landet oder nicht. Eine Chance für Händler und Hersteller, sich nicht nur mit einem guten Produkt, sondern auch mit einer zielgruppengerechten Verpackung zu differenzieren“
Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer IFH Köln


In puncto Praktikabilität treten die unterschiedlichen Präferenzen von Frauen und Männern teils noch deutlicher hervor. So achten rund 61 Prozent der befragten Männer auf praktische Produktverpackungen bei Haushalts- und Dekorationsartikeln – aber fast acht von zehn Frauen. Bei Kosmetikartikeln und Schuhen liegt der Anteil der Frauen, die praktische Verpackungen wichtig finden, jeweils rund 16 Prozentpunkte über dem Anteil der Männer.

Schlagworte: Consumer Barometer, IFH Köln, Verpackungen

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