„Die Kreditzugangsbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen müssen sich verbessern. Dafür brauchen wir vor allem eine Verringerung der oft zu bürokratischen Dokumentationspflichten und eine intensivere Betreuung durch die Hausbanken“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Zahlreiche Händler klagten über die nach wie vor zu hohen Anforderungen an die Dokumentation für Investitionsvorhaben sowie die Offenlegung von Geschäftszahlen bei Kreditaufnahmen, so Genth.
Neu sei indes, dass immer mehr Händler fehlendes Interesse seitens der Kreditinstitute feststellen müssen. Insgesamt berichtet knapp ein Viertel der Einzelhandelsunternehmen von schwierigeren Bedingungen und mehr Kreditablehnungen als im Vorjahr.
23 Prozent der befragten Händler hatten bei der Kreditaufnahme Schwierigkeiten
Der HDE hatte gemeinsam mit der KfW Bankengruppe und weiteren führenden Wirtschaftsverbänden rund 3100 Unternehmen aller Größenklassen, Branchen, Rechtsformen und Regionen nach ihren Bankbeziehungen, Kreditbedingungen und Finanzierungsvorhaben befragt. An der Studie nahmen auch mehr als 500 Einzelhändler teil. Im Vergleich zu 2014 ist der Anteil der Händler, mit grundsätzlichen Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme zwar leicht zurückgegangen. Im Verhältnis zu den anderen befragten Branchen ist er mit knapp 23 Prozent allerdings immer noch hoch.
„Es geht bei der finanziellen Situation der Händler aber nicht nur um gute Kredite. Die besten Finanzierungsbedingungen helfen nichts, wenn die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen nicht stimmen“, so Genth. Insbesondere bei der Gewerbesteuer müsse die Politik deshalb dringend eine Reform anpacken, auch und gerade um die teils existenzgefährdende Besteuerung von Verlusten zu beenden.
Kommentare