Rollender Luxus
Chefautos haben in der Flotte eine besondere Vorzeigefunktion. Ob sportlich oder komfortabel – wir stellen vier feine Fahrzeuge vor, die Eindruck machen.
Chefautos haben in der Flotte eine besondere Vorzeigefunktion. Ob sportlich oder komfortabel – wir stellen vier feine Fahrzeuge vor, die Eindruck machen.
Mercedes C 300 Coupé
Nicht alle Führungskräfte bevorzugen schwere Limousinen oder hoch motorisierte Flitzer. Wer nicht zu dick auftragen, aber dennoch ein sportliches Statement setzen möchte, mag im C-Coupé eine elegante Alternative erkennen. Der Zweitürer ist allerdings nicht dazu gedacht, mehr als einen hilfreichen Mitarbeiter zum Meeting mitzunehmen. Zumindest auf langer Strecke ist der recht enge Fond dann doch nicht allzu komfortabel. Dafür herrscht in puncto Kopffreiheit kein Mangel, wenn man den in der Fachpresse kolportierten Gerüchten Glauben schenken mag, Mercedes plane, das neue C-Klasse-Coupé demnächst auch als Cabrio auf den Markt zu bringen. Doch nicht, dass der Eindruck entsteht, die Baureihe sei unkomfortabel oder gar unterdimensioniert: Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist das Coupé sogar um rund sechs Zentimeter in der Länge und um vier Zentimeter in der Breite gewachsen. Das Design des Innenraums erinnert an die Limousine, mit feinem Multimediasystem, automatischem Gurtbutler und speziell gestalteten Sitzen. Das neue Modell ist ein luxuriöser Sportwagen, der nicht nur dank seines kräftig wirkenden Hecks die Blicke auf sich zieht.
Jaguar XF
Wer nach einem Chefauto mit dem gewissen Touch Individualität sucht, fühlt sich bei Jaguar ganz gut aufgehoben. Die Briten rollen traditionell im Windschatten der großen deutschen Marken, doch Noblesse mag man dem kleineren Konkurrenten im Zeichen der Großkatze wohl kaum absprechen. Der neue XF markiert die Mitte der Modellpalette im Hause Jaguar und ist eine Limousine, die den Luxusansprüchen in Führungsetagen entsprechen soll. Dennoch steht der XF für das sportliche Fahren und soll vor allem dem Chef, der gern selbst am Steuer sitzt, Spaß machen. Für das flotte Fahrgefühl sorgt eine konsequente Abspeckkur: Drei Viertel der Bauteile sind aus Leichtmetall gefertigt, sodass der XF auf ein Gesamtgewicht von kaum 1 500 Kilogramm kommt. Das sind immerhin 190 Kilo weniger, als noch das Vorgängermodell wog. Der Leichtbau führt überdies zu einem erfreulich niedrigen Verbrauch. Dafür sparen die Briten nicht bei der Ausstattung, die mit einem intuitiv zu bedienenden Infotainmentsystem für Wow-Effekte bei der Fachpresse sorgte. Nicht weniger darf man wohl von einem Jaguar erwarten.
BMW 750 Li xDrive
Mit dem neuen 7er beim Kunden vorzufahren, ist ein Statement, das schwer zu toppen ist. Die Luxuslimousine der Oberklasse ist das allradgetriebene Flaggschiff von BMW und symbolisiert alles, was die Münchner in puncto Komfort, technische Innovation und Fahrvergnügen in die Waagschale werfen können. Außen wurde das prototypische Chefauto kaum verändert, doch bei den ausgewählten Materialien, der perfekten Verarbeitung und vor allem den inneren Werten, sprich: der digitalen Technik, lässt der modernste 7er nicht nur Kennerherzen höherschlagen. Die Displays reagieren auf Gestensteuerung und die Park Distance Control mit sensorischem Gespür automatisch auf enge Abstellgelegenheiten. Das Licht lässt sich der aktuellen Stimmung des Chefs anpassen, vom Glasdach scheint ein Sternenfirmament, und während die Sitze sanft den Rücken massieren, erfüllt eine feine Beduftung den Fahrgastpalast. Dermaßen entspannt, mag der Passagier zur langen Aufpreisliste greifen und ausgedehnt darin Schmökern. So lässt sich auch eine längere Reise kommod überstehen. Die neue Leichtbauweise mit Kohlefaser sorgt übrigens für eine Gewichtsreduktion von 130 Kilo, sodass der 750 Li xDrive etwa 20 Prozent weniger verbraucht. Noch mehr sparen kann man ab dem Frühjahr, wenn die Spitze der bayerischen Luxusklasse als Plug-in-Hybrid auf den Markt kommt.
Porsche 911 Carrera
Ein Glaubenskrieg ist ausgebrochen – zumindest unter puristischen Verehrern der Sportwagenikone 911. Dem Zeitgeist des Downsizings entsprechend, hat Porsche erstmals und ausschließlich Turbomotoren verbaut. Die haben weniger Hubraum als die Saugmotoren, verbrauchen weniger Sprit und emittieren weniger CO2. Der neue Carrera spart laut Porsche bis zu einen Liter im Vergleich zum Vorgänger. Was die Puristen jedoch besorgt, ist das Turboloch. Im Gegensatz zu den drehfreudigen Saugmotoren sprechen Turbomotoren nicht unmittelbar auf den Gasfuß an. Experten beruhigen: Der Sechszylinder habe immer noch drei Liter Hubraum und die neue Turbotechnologie stehe Saugern in puncto Ansprechverhalten nicht nach. Autobild hat den neuen 911er gegen den BMW M4 und einen Nissan GT-R antreten lassen. Der Porsche schlug sich gut auf dem Nürburgring, er schafft die Runde gar zehn Sekunden schneller als früher. Die Szene wird sich beruhigen und den Porsche lieben lernen, wie immer. Und es wird sicherlich auch noch eine Lösung gefunden werden können, damit der sparsame Carrera ähnlich kräftig klingt wie sein frei saugender Vorgänger.
Schlagworte: Auto, Autoquartett, Automobile, Fuhrpark
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