Produkte für gute Probleme
Tom Fischer hat in einem Sternerestaurant gekocht und ist dann Ingenieur geworden. Mit seinem Label FischerundFritze will der Möbeldesigner jetzt Regale für den Handel bauen.
Tom Fischer hat in einem Sternerestaurant gekocht und ist dann Ingenieur geworden. Mit seinem Label FischerundFritze will der Möbeldesigner jetzt Regale für den Handel bauen.
In seinem ersten Berufsleben hat es Tom Fischer schon recht weit gebracht. Der leidenschaftliche Koch steht im Alter von 23 Jahren in der Küche eines Nürnberger Sternerestaurants und ist eigentlich dort angelangt, wo er immer hinwollte. „Doch das intensive Kochen in der Spitzengastronomie nimmt alle Lebenszeit in Anspruch“, erinnert sich der heute 49-Jährige: „Ich wollte das nicht mehr und habe mir dann mit Mitte 20 etwas anderes gesucht.“ Die Suche ist kurz und die Entscheidung für den neuen Berufsweg fällt ihm nicht schwer.
Denn Leidenschaft ist auch die Basis seiner anderen Profession: Im Alter von elf Jahren schraubt der Junge aus Schrottplatzmaterialien abenteuerliche Möbel zusammen. Sein erstes selbst gekochtes Gericht serviert Fischer seinen Eltern auf einem selbst gebauten Stehtisch. Er studiert also Innenarchitektur und Möbeldesign. Nach dem Studium arbeitet der Ingenieur als Innenarchitekt – und muss bald feststellen, dass noch ein weiterer Abzweig zu seinem wahren Traumberuf nötig ist. „Mir fehlte die Kreativität des Entwerfens“, erzählt Fischer.
Er macht sich selbstständig und entwirft im Jahr 2008 den „361° Medienturm“. Ordnen, archivieren, verstauen: Mit vier Etagenhöhen für verschiedene Medien kann das Möbelstück nach individuellem Bedarf hoch gestapelt und zusammengestellt werden. Die Holzteile bestehen aus robusten, beschichteten Birken-Sperrholzplatten, die in verschiedenen Farben erhältlich sind. Weil das Möbel so elegant und vielseitig verwendbar ist, wird Fischer dafür noch im gleichen Jahr mit dem renommierten iF Design Award des Industrie Forums Design ausgezeichnet.
In den Folgejahren entwirft Fischer für Möbelhersteller, darunter Nils Holger Moormann. Es entstehen Entwürfe wie der „Sleeper“, der das Power-Napping am Bürotisch ermöglicht, oder die Hocker-Tisch-Kombination „iHIAS“. „Ich mag im Grunde Möbel entwerfen, die aus einem guten Problem heraus entstehen“, beschreibt der ideenreiche Designer seinen Entwurfsansatz: „Ein gutes Problem zu entdecken und in Form eines Produkts zu lösen, ist meine Passion – und sehr schwer.“
Die Nachfrage nach seinem Medienturm indes reißt nicht ab. 300 Türme verkaufe er im Jahr, sagt Fischer. Er wagt sich nun an einen neuerlichen Umbruch in seinem Leben – und will die klimaneutrale Produktion des guten Stücks für den Handel ankurbeln. Anfang 2017 soll dafür der B2B-Bereich seines Onlinemöbellabels FischerundFritze ausgerollt werden. Denn das schicke Systemmöbel mache sich auch gut in Läden, die etwa Schmuck oder Kosmetika verkaufen, hofft Fischer. Erste Anfragen aus dem Handel gebe es schon. In seiner Manufaktur plant er andere Entwürfe in kleineren Stückzahlen zu produzieren. Der Koch und Designer hat gelernt, dass die Abwechslung ihm am besten schmeckt.
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